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Kennst du das Gefühl nicht malen zu können?


Kennst du das? Du siehst ein schönes Reel oder Video, in dem jemand zeichnet, und denkst dir insgeheim: „Das könnte ich niemals so schön.“ Vielleicht geht in deinem Kopf sogar eine Schleife los – darüber, was du alles kannst und was nicht.
Oder aber du spürst in dir diesen Wunsch, einfach mal loszuzeichnen, aber irgendetwas hemmt dich.

Was ist denn nun dieses „Irgendetwas“?

Warum ist es so stark, dass es dich davon abhält, wirklich loszuzeichnen?

Die Antwort liegt – wie sollte es auch anders sein – in unserer Kindheit. Wir alle sind in einem System aufgewachsen, das uns gesagt hat, was wir tun sollen und was nicht. Das uns bewertet hat, erniedrigt, manchmal sogar gedemütigt. Es hat einzelne stark gemacht, die durch Lob und Anerkennung ermutigt wurden, weiterzumachen. Doch auch diejenigen haben angefangen, etwas zu tun, um belohnt zu werden – nicht, weil es aus ihnen heraus entstand.

Niemand von uns ist falsch oder schlecht darin.

Wirklich niemand. Wir alle leben in einem System, dessen Aufgabe es leider schon immer war, „gute Soldaten“ zu kreieren – nicht, um Individuen zu fördern. Dieses System besteht schon so lange, dass wir es unbewusst in uns weiterführen, obwohl längst niemand mehr davon profitiert.

Kinder lieben es zu zeichnen. Sie haben eine riesengroße Freude daran, mit Stiften auf Papier lustige Formen zu kreieren, sich auszuprobieren und dem Ausdruck zu geben, was in ihnen steckt. Sie malen und zeichnen nicht, um zu gefallen, sondern weil sie sich dadurch in der Welt erleben können. Sie sind noch ganz in das Papier versunken, kritzeln, experimentieren, drücken sich aus. Ihre Freude dabei – wenn wir sie wirklich lassen – ist riesig. Am Ende kommt ein Bild heraus. Wenn es ihnen gefällt, dann bringen sie es zu ihrer Lieblingsperson, denn sie wollen die Freude teilen. Sie tun das nicht, um dafür gelobt zu werden, und das Schönste, was wir ihnen geben können, ist das Teilen ihrer Freude – ein Gespräch über das Bild.

Doch was passiert, wenn ein Erwachsener regulierend eingreift?

Wenn er sich danebenstellt, den Malprozess stört durch Kommentare, Verbesserungsvorschläge oder gar Kritik? Das Kind, das in dem einen Moment noch völlig mit dem Papier verschmolzen ist, wird von außen abgelenkt. Anstatt in einem freien Fluss, in einem Mal-Flow, zu versinken, beginnt es über sein Handeln nachzudenken. Kommen die Vorschläge oder gar Kritik dann noch von einer Person, die eine Autorität für das Kind ist, beginnt es sogar, sich schlecht zu fühlen. Ein kleines Kind – das ist den wenigsten Menschen wirklich klar – ist vollkommen abhängig von der Meinung und Handlung seiner Bezugsperson. Da wirken uralte, tiefe genetische Programme in uns. Wenn es dort abgelehnt wird, bedeutet das im schlimmsten Fall den Ausschluss aus dem Stamm.

Das ist Lebensgefahr!

Also bemüht es sich, seiner Bezugsperson zu gefallen, es ihr recht zu machen – und das unschuldige Zeichnen des Kindes verändert sich. Anstatt mit dem Blatt zu verschmelzen, anstatt im Moment zu sein, beginnt es, Bilder aus dem Verstand zu malen. Anstatt sich der Freude des freien Flusses hinzugeben, muss es nun über das Zeichnen nachdenken. Es beginnt, sich selbst zu hinterfragen und natürlich die Worte seiner Bezugsperson zu wiederholen.

„Ich bin nicht gut genug.“
„So, wie ich zeichne, gefällt es niemandem.“
„Ich muss anders sein, als ich bin.“
„Ich werde nur geliebt, wenn ich schöne Bilder male. Niemand will hässliche Bilder sehen.“

Du hast bestimmt deine eigenen Bewertungen darin, und wenn du magst, nimm dir gerne die Zeit, sie aufzuschreiben und vielleicht sogar in den Kommentaren zu teilen.

Mit jeder Bewertung wächst der innere Kritiker

Nun wurden wir als Kinder aber nicht nur beim Zeichnen beobachtet, sondern sogar richtig bewertet – irgendwann sogar mit Noten. Anstatt frei zu zeichnen, dürfen Kinder im Kindergarten oft nicht mehr malen, was ihnen gerade gefällt. Sie können sich nicht ausprobieren, sondern müssen sich an bestimmten Vorgaben orientieren. So muss zum Beispiel die ganze Gruppe einen Frühlingsbaum malen. Anschließend werden die Bilder ausgestellt und verglichen.

Was die Eltern in der Besuchszeit sehr freut, bedeutet für die Kinder oftmals wirklichen Stress. Es gibt – wie gesagt – diejenigen, denen es leicht fällt. Doch es gibt auch andere, die gar keine Lust hatten, einen Baum zu zeichnen, oder die schon sehr früh anfangen, sich mit anderen zu vergleichen. Selbst bei sehr reflektierten Pädagogen verliert das Kind ein Stück seiner Unschuld.

Schule hat die Unschuld unserer Kreativität zerstört.

Noch schlimmer wurde es dann in der Schule, wo wirklich auch die Kunst der Kinder benotet wurde. Auf einmal war ein Bild nichts Unschuldiges mehr, sondern eine Anstrengung – und wieder einmal vielleicht sogar eine Bedrohung, aus dem „Stamm“ verstoßen zu werden. In den weiterführenden Schulen steht da nun ein Künstler, der den Kindern sagt, dass nur er weiß, wie es geht – und sie vielleicht sogar kritisiert. Dadurch werden die inneren Kritiker noch gestärkt, sie werden immer größer. Da es einem Kind nicht möglich ist, so etwas zu reflektieren, trägt es diese Last bis ins Erwachsenenalter mit sich.

Jeder von uns trägt unsichtbar so ein Päckchen mit sich.

Ich selbst mag vielleicht schon gut darin sein, Mandalas zu malen, doch an vielen anderen Stellen klopfen diese Kritiker immer wieder an. Beim Singen zum Beispiel, worin ich leider immer noch nicht meine Unschuld wiedergefunden habe.

Ich glaube nicht, dass diese Päckchen etwas Schlimmes sind. Wichtig ist nur, dass wir um ihre Existenz wissen. Denn dann können wir etwas verändern. Wir können beginnen, uns selbst zu beobachten und dem Kritiker zu danken für seine Unterstützung. Immerhin hat er uns viele Jahre lang davor bewahrt, aus dem Stamm gestoßen zu werden. Er hat unser Überleben gesichert. Aus heutiger, erwachsener Sicht klingt das natürlich eigenartig – doch für ein Kind ist es existenziell.

Mandalas als Weg der Selbstbefreiung.

Ein Mandala ist für mich ein genialer Startpunkt, um den eigenen Ausdruck wiederzufinden, sich freizuzeichnen von all den alten Mustern, Glaubenssätzen und Prägungen. Ich habe es in meinen Mandala-Malkreisen schon so oft erlebt, wie von vielen Menschen diese Last, dieses Päckchen, abgefallen ist und sie ihre Freude am Zeichnen wiedergefunden haben. Diese Unschuld ist es, die uns wirkliche Kreativität schenkt.

Immer dann, wenn wir zeichnen aus der Freude am Ausdruck, um uns selbst in der Welt zu erleben. Immer dann, wenn wir mit dem Papier verschmelzen, ganz hineinsinken in den Moment und es uns egal ist, was wir zeichnen und wie, dann kommt die wahrhaftige Kreativität zum Vorschein. Die, die verbunden ist mit allem, was ist. Die, die wie ein Kind aus der Unschuld heraus entsteht. Und das ist etwas so Wundervolles – dies zu erfahren ist ein Geschenk, eine Gnade des Lebens.

Es scheint mir fast das zu sein, wonach wir uns sehnen, wenn wir ziellos, rastlos, hektisch durch die Gegend laufen und versuchen, etwas zu lösen oder zu kompensieren. Wenn wir unkontrolliert einkaufen, uns mit Sex ablenken, brutale Filme anschauen oder Drogen nehmen. All das ist ein Ersatz für einen Lebenszustand, der uns schon in der frühen Kindheit genommen wurde.

Die Unschuld.

Die Mandalas erlauben dir auf eine wirklich sehr liebevolle Art und Weise, wieder mit dieser Scham, dieser Schuld in Kontakt zu kommen – ganz zart und weich, in deiner eigenen Geschwindigkeit. Du kommst in diesen Flow des Lebens, sinkst in tiefe Meditation und erfährst etwas über dich und die Welt.

Vielleicht merkst du es jetzt schon beim Lesen: Ich bin wirklich begeistert von diesen magisch-mystischen Bildern. Und auch nach über acht Jahren kann ich noch nicht genug davon bekommen.

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