Eine Reise ins Ungewisse
Vor neun Jahren sind mein jetziger Ex-Mann und ich mit unseren drei Kindern auf Reisen gegangen. Wir haben all unseren Besitz verkauft, verschenkt oder eingelagert, einen Wohnwagen gekauft und losgezogen. In das absolute Abenteuer des Nichtwissens, um unseren Kindern ein freies Lernen zu ermöglichen. Hinter uns lagen anstrengende Jahre, richtig unglückliche Schulkinder, langwierige Prozesse mit dem Schulamt und schlussendlich der Prozess unser geliebtes, selbstgebautes Holzhaus hinter uns zu lassen. Um all das zu finanzieren haben wir uns gemeinsam ein Online-Business und anschließend eine Kreativagentur aufgebaut.
Der Macher-Modus hat mich in den BurnOut geworfen.
Nach einem Jahr auf Reisen hatten wir die Option eine freie Schule mit zu gestalten und sind wieder an einen Platz gezogen. Meine Kinder waren damals noch sehr klein, mein Jüngster gerade mal vier Jahre alt. Hinzu kamen noch persönliche Erwachens-Prozesse und eine Ausbildung zur intuitiven Heilerin für mich. Letzendlich dann noch die erste Trennung von meinem jetzigen Ex-Mann. Im Herbst 2017 hat es mir den wirklich den Stecker gezogen. Ich bin zusammen gebrochen und wusste erstmal gar nichts mehr.
Die Macherin in mir wurde das erste Mal mit Erschöpfung konfrontiert. Ein Zustand den ich natürlich absolut nicht wollte, war ich doch wirklich mit einer unbändigen Kraft für Visionen und Projekte gesegnet. Meine männliche Seite war da ziemlich gut darin, doch meine weibliche Seite – das habe ich erst viele Jahre später bemerkt – wirklich absolut unterversorgt.
Der Zirkel und ein Blatt Papier wurden zu meinem Weg aus der Krise.
Inmitten dieser großen Krise fasste ich den Entschluss einen Monat Pause von allem zu machen und mich auf mich und meine Kinder zu konzentrieren. Wir hatten schon immer gerne zusammen gemalen und so kam es, dass ich eines Tages einen Zirkel nahm um ein Mandala zu malen.
Und da begann eine große Liebe zu diesen kreisförmigen Mustern. Diese Tiefe, das Gefühl, dass ich beim Malen verspürte. Eine tiefe Verbindung zu allem was ist. Eine Sehnsucht, die ich so viele Jahre in mir kannte, kam auf einmal an.
Ich zeichnete mich wirklich tief ins Herz der Welt.
Ich began Dinge zu sehen und zu erkennen, die mir bisher verborgen waren. Schon einige Zeit hatte ich innere Bilder wie unsere Welt aufgebaut ist, wie wir als Menschen funktionieren, welch pulsierender Körper unser Universum und unser Sein ist. Dies jetzt in diesen faszinerenden Formen auf Papier zu bringen ist für mich heute noch magisch.
Wenn ich Mandalas male, dann versinke ich richtig tief, ich verschmelze regelrecht mit dem Blatt. Alles um mich herum verschwindet und ich – die sonst oft so zerstreut und abgelenkt ist – bin einfach nur im Malen. Kreiere mit Zirkel und Stift, manchmal auch mit Farben wunderschöne Muster und Formen hin zu einem Bild.
Die Mandalas schenkten mir Struktur als im Außen keine mehr zu finden war.
Meine Mama, die auch intuitive Künstlerin ist, kam eines Tages zu mir zu Besuch. Als sie meine Mandalas an den Wänden hingen sah, meinte sie: „Ja, die sind wirklich schön, aber mir wären das Malen zu strukturiert. Ich brauche es frei“. Darüber habe ich lange nachgedacht und schlussendlich hat mich das Gespräch mit Ulrike Hirsch zu meinem Mandala-Online-Kongress auf die Erklärung gebracht. Ulrike meinte, dass frei gezeichnete Mandalas für Menschen mit zuviel Struktur in ihrem Leben heilsam sein können. Umgekehrt sind sehr strukturierte Zirkel-Mandalas für Menschen, die zu wenig Struktur in ihrem Leben haben wirklich förderlich.
Ich, die so zerstreut, chaotisch, kreativ ist, kann mich dieser sich immer wiederholenden Ordnung richtig hingeben. Sie gibt mir Struktur, vor allem in den Zeiten wo diese im Außen nicht existent ist. Mit kleinen Kindern, auf Reisen, in Trennungsprozessen. Dann wenn all die gewohnten Strukturen im Außen wegfallen, wende ich mich diesen inneren Strukturen zu. Beginne das sichtbar zu machen, was verborgen liegt. Erinnere mich daran, dass es in unserer Welt eine übergeordnete Ordnung gibt, der ich mich immer hingeben kann. Die mich trägt, die mich nährt. Die heilige Geometrie des Lebens.
Mein Nervensystem geht richtig in den entspannten Zustand des Flow.
Diese Wiederholungen, dieses feine Malen, dieses Spiel der Farben. All das beruhigt mein Nervensystem wirklich tief. Es erklärt mir den Aufbau unseres Lebens. Ich die sich schwer damit tut etwas zu vollenden, ich die oft ungeduldig oder ungenau ist, ich werde in den Mandalas unglaublich fein, präzise und geduldig.
Das kann ich an mir selbst erfahren und habe es aber auch schon so oft in meinen Mandala-Malkreisen von meinen TeilnehmerInnen gehört, dass es ihnen ebenso erging. Dieses Malen der Mandalas ist eine tiefe Meditation. In diesem Prozess kann ich ganz versinken und alles darf auftauchen was sonst im Verborgenen, in meinem Unterbewusstsein schlummert. All die Glaubenssätze kann ich mir ansehen, Gefühle wahrnehmen, Emotionen durchfließen lassen. Manchmal halte ich inne, mache Musik an, schüttel mich. Manchmal weine ich und manchmal schreibe ich immer wieder etwas auf.
Die Mandalas schenken mir Sicherheit in mir, wenn ich im Außen keine mehr finden kann.
Das Zeichnen ist mein sicherer Container. Hier darf alles sein, hier ist alles erlaubt und ich kann mich dem ganz hingeben was da gerade zu mir oder durch mich fließen mag. Oftmals setze ich mich mit einem bestimmten Thema hin, nehme ein großes (oder kleineres) Blatt Papier, meinen Zirkel und lasse die Kreise über das Papier tanzen.
Vor allem wenn ich ausgelöst bin, nach einem Streit, einem heftigen Gemeinschaftsprozess oder auch alten Themen, die auftauchen. Mit jedem Strich werde ich leichter. Mit jedem Kreis bewegt sich etwas in mir, beginnt wieder zu fließen. Ich lasse los, ohne das Gefühl zu haben etwas derartiges zu tun. Ich übergebe all den Schmerz, all die Trauer, all die Wut und dabei entsteht – und das ist echt die Magie – oft ein so beeindruckend wunderschönes Bild, dass es mich zu Tränen rührt.
Mandalas erinnern uns an die Einheit des Lebens.
Mandalas entsehen aus der Mitte heraus, in diesem einen Punkt, wo ich den ersten Zirkelpunkt setze, sind wir alle eins. Dort sind wir verbunden – da sind du und ich eins. Mit den gleichen Gefühlen, dem gleichen Ausdruck, den gleichen Gedanken. Dort sind wir auch alle perfekt, ganz genauso wie wir sind. Ein wunderschöner Körper, der sich durch Milliarden Wesen und Zellen in einer perfekten Welt ausdrückt. Mit jedem Kreis den ich um diesen Punkt setze, finde ich zu dem Thema das mich gerade beschäftigt. Gebe ich etwas Ausdruck, was nur durch mich fließen mag. Werde ich zum Individuum dieser größeren Einheit.
Durch das Zeichnen überwinde ich die Trennung in die ich durch Streit, Prozesse oder Trennung geschleudert wurde. Ich zeichne mich zurück in meine eigene Mitte und in das Herz der Welt. Die Mandalas haben mich feiner gemacht, sie haben mir die Welt erklärt und mir geholfen wirklich tiefe Themen nach Außen zu bringen. Sie haben mich die Liebe zum Detail gelehrt und auch die Notwendigkeit von Wiederholungen.
Mit den Mandalas sich selbst befreien.
Vielleicht bist du gerade selbst in einer Krise oder die Umstände in der Welt beschäftigen aktuell. Vielleicht suchst du gerade nach Antworten auf tiefe Lebensfragen oder bist mitten in deiner persönlichen Metarmophose. Wann immer dich die Sehnsucht berührt nach Einheit, nach Verbundenheit die über die normale Verbindung unter Menschen hinaus geht, dann mag ich dir ein Mandala ans Herz legen. Es ist wirklich ganz einfach anzufangen.
Wenn du magst, melde dich gerne für meinen Newsletter an und hol dir den Zehn-Minuten-Mandala-Starterkurs. Es ist wirklich so viel einfacher als es aussieht und es geht gar überhaupt nicht darum ein schönes Bild zu zeichnen. Rein die Freude am Malen und die tiefe Meditation, die dir die Mandalas schenken können, sind es wert es einmal auszuprobieren.