Mandala zeichnen hat oft eine faszinierende Wirkung
Mandalas haben eine Faszination – egal ob auf Bettwäsche und Tüchern an den Wänden oder als Bilder beim Zeichnen. Wenn ich öffentlich zeichne, bleiben oft Menschen stehen und sehen berührt zu. Scheinbar gibt es etwas, das sie an den Mandalas anzieht.
Auch in den Buchläden finden sich immer mehr Mandala-Ausmalbücher. In Therapien werden Mandalas zum Ausmalen empfohlen. Menschen berichten davon, wie sie allein durch das Ausmalen eines Mandalas in eine tiefe Entspannung gefunden haben. In so vielen Kulturen gibt es diese kreisförmigen, sich immer wiederholenden Formen. Wir finden sie in uralten Zeichnungen, in Religionen und bei indigenen Völkern. Selbst Hildegard von Bingen soll schon mit Mandalas tiefe Einsichten erlebt haben, und der Psychologe C. G. Jung hat ebenfalls Mandalas gemalt.
Doch was ist denn nun die Faszination an diesen kreisförmigen Bildern?
Was unterscheidet sie von normalen Bildern? Warum sind wir Menschen so fasziniert davon? Ich selbst habe mich eigentlich erst vor einem Jahr angefangen, mit dieser Frage zu beschäftigen. Ich habe viele Antworten gefunden und bin neugierig, ob du diese Faszination auch erlebst – und wenn ja, was es ist, das dich an Mandalas so fasziniert? Schreib es gerne in die Kommentare.
Ich für mich erlebe es jeden Tag beim Zeichnen dieser faszinierenden Bilder. Ich erlebe tiefe Einsichten und bekomme einen immer schärferen Blick dafür, wie die Welt eigentlich wirklich aufgebaut ist. Wenn ich mich hinsetze, meinen Zirkel in die Mitte des Blattes setze oder mit einer Spirale beginne, frei zu zeichnen, dann geht mein Herz auf. Etwas in mir weitet sich. Es ist, als ob ich einen Schlüssel in ein Schloss stecke – und das Tor, das sich öffnet, zeigt mir die ganze Welt, das komplette Universum. Nicht nur einen kleinen Teil davon, wie sonst, sondern es präsentiert sich in seiner ganzen Schönheit.
Die Magie liegt zweifellos in der Mitte.
Alles entfaltet sich aus ihr, und oft, wenn ich zeichne, erinnere ich mich daran, dass wir Menschen – dass ich als Wesen – mich auch aus diesem einen Punkt entfalte. Ich suche mir einen Punkt auf meinem Blatt und steche mit dem Zirkel ein. Ich zeichne einen Kreis, und auch wenn wir alle täglich überall mit Kreisen konfrontiert werden, so blicken wir sie doch selten bewusst an.
Er hat keinen Anfang und kein Ende, symbolisiert den ewigen Kreislauf des Lebens. Er repräsentiert die Ganzheit, die Einheit zwischen Körper, Geist und Seele. All unsere Planeten werden als Kreise dargestellt, die Sonne wird oft als Ursprung allen Seins gesehen. Allein das Zeichnen eines Kreises ist also schon etwas sehr Tiefverbundenes – ohne dass wir es bewusst wahrnehmen.
Der Kreis schenkt mir beim Zeichnen den Rahmen für das, was als Nächstes passiert.
Auf diesem einen Ursprungskreis in der Mitte suche ich mir einen Punkt und steche erneut mit meinem Zirkel ein. Ein zweiter Kreis entsteht, und er kreuzt sich an zwei Stellen mit dem Ursprungskreis. An einem der beiden Kreuzungspunkte steche ich wiederum ein, zeichne einen weiteren Kreis und wiederhole das so lange, bis ich wieder am Ursprung angekommen bin. Für mich ist das inzwischen ein vollkommen normaler Vorgang. Doch ist es nicht faszinierend, dass sich genau sechs Kreise um diesen einen Kreis drehen? Und wenn ich das Ganze erweitere, kann ich noch weitere Runden drehen und zwölf oder gar 24 Kreise um den einen Ursprungskreis zeichnen. Und immer treffen sie sich am Ende wieder. Dabei entsteht eine wunderschöne Blume – oder, bei dem Mandala mit den 24 Kreisen, kann ich sogar ein Torus-Feld erkennen.
Das, was wir da zeichnen, ist die heilige Geometrie des Lebens!
Es ist die heilige Struktur allen Seins – das, woraus wir gebaut sind. Wenn ein Kind gezeugt wird, wenn Eizelle und Samenzelle verschmelzen (ist nicht allein das schon pure Magie?) und sich wieder teilen, entsteht ein Embryo. Dieser Embryo hat ganz am Anfang die Form einer Spirale, der sogenannten Fibonacci-Spirale. Der Mathematiker Leonardo Fibonacci hat schon im Mittelalter herausgefunden, dass alles Leben sich aus dieser Spirale heraus entfaltet – die wiederum nach einer bestimmten mathematischen Zahlenreihenfolge konstruiert werden kann.
Diese Spirale, die Form, die ein Embryo am Anfang seiner Entstehung hat, gleicht unserem Universum. Also, auch wenn wir glauben, dass hier alles ein Zufall sei – aus purem Chaos entstanden und ohne Struktur – so lehrt uns die heilige Geometrie doch das genaue Gegenteil. Es gibt eine göttliche Ordnung, nach der alles entsteht und angeordnet ist.
Genau diese göttliche Ordnung beginnen wir in den Mandalas zu ertasten.
Durch das Zeichnen von Spiralen, von Kreisen, von diesen geometrischen Figuren tauchen wir ein in eine Struktur, die ganz nah am Ursprung ist – eine Wiederholung aus immer gleich bleibenden Formen und doch mit verschiedenen Aspekten.
Als Vergleich: Beim Mantra-Singen werden verschiedene Wortfolgen immer wieder wiederholt. Durch diese Wiederholung kommt der Geist in einen tranceartigen Zustand. Die Worte sind nicht zufällig gewählt – sie stammen oft aus dem Sanskrit, einer der ältesten Sprachen unserer Erde. Allein diese alten Worte zu sprechen und sie immer wieder zu wiederholen, bringt uns mit unserem Ursprung in Kontakt.
Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich unglaublich gerne das Mandala-Malen mit Mantren kombiniere. Das unterstützt das tiefe Einsinken – diese tiefe visuelle Meditation – noch einmal.
Mandals bringen uns wieder zurück in unsere eigene Mitte.
Du merkst vielleicht beim Lesen schon meine Begeisterung für diese wunderschönen Formen, die einfach so sehr zentrieren. Sie bringen alles aus der Mitte, aber auch wieder dorthin zurück. Immer dann, wenn etwas aus dem Gleichgewicht gekommen ist, wenn ich meine innere Balance verloren habe, hilft es mir, Stift, Zirkel und Papier zu nehmen und einfach zu zeichnen. Dann zeichne ich mich einfach zurück in die Mitte.
Wenn du es selbst einmal für dich erleben magst, dann kann ich dir meinen Mini-Starterkurs empfehlen. Oder vielleicht magst du dir ja auch eines meiner Ausmalbilder aus meinem Shop nehmen und einfach losmalen.